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Geschichte der Terme di Rabbi

Geschichte der Terme di Rabbi

Die Thermalquellen von Rabbi treten als eisenhaltige Säuerlinge in die dokumentierte Geschichte ein: natürlich sprudelnde Wässer, reich an Kohlendioxid und Eisen. Ihre Entdeckung und therapeutische Nutzung gehen nicht auf ein einzelnes Ereignis zurück, sondern auf einen schrittweisen Prozess, der beobachtet, erprobt und über die Zeit hinweg weitergegeben wurde.

17. Jahrhundert — Die ersten therapeutischen Zeugnisse

1660 — „Um das salzige Wasser zu trinken“

Eines der frühesten Zeugnisse ist mit der Familie Thun verbunden. In einem Brief aus dem Jahr 1660 vermerkt Sigismondo Ercole Thun seine Absicht, nach Rabbi zu reisen, „um das salzige Wasser zu trinken, wie es mir vom Arzt empfohlen wurde“.

Es handelt sich um einen kurzen, aber entscheidenden Hinweis: Das Wasser wird zu Heilzwecken auf ärztlichen Rat hin aufgesucht und belegt eine therapeutische Nutzung bereits in der frühen Neuzeit.

18. Jahrhundert — Von der Praxis zur Wissenschaft

1777 — Wissenschaftliche Anerkennung

Im Jahr 1777 nimmt der Arzt und Naturforscher Johann Heinrich Nepomuk von Crantz Rabbi in sein Verzeichnis der Heilquellen der Habsburgermonarchie auf, das Kaiserin Maria Theresia von Österreich gewidmet ist.

Das Wasser wird als eisenhaltiger Säuerling klassifiziert und mit den bedeutendsten europäischen Kurorten verglichen, womit die wissenschaftliche Anerkennung der Quellen von Rabbi festgeschrieben wird.

1795 — „Ein glanzvoller Besuch“

Im Jahr 1795 weilte Erzherzogin Maria Elisabeth von Österreich, Äbtissin des Kaiserlichen Damenkapitels von Innsbruck, bei der Familie Dal Lago in Cles und besuchte „unsere Täler“.

Der Historiker Jacopo Antonio de Maffei schreibt: „Unsere Täler wurden mit einem glanzvollen Besuch beehrt […]. Erzherzogin Maria Elisabeth von Österreich, Äbtissin des Kaiserlichen Damenkapitels von Innsbruck, beschloss, sie zu besuchen. So verließ sie Ende August 1795 ihre Residenz, begleitet von ihrem Verwalter, Graf Leopold von Spaur, und einem stattlichen Gefolge, und erreichte am 1. September um 18 Uhr das Dorf Cles, wo sie im Hause Lorenzo dal Lago abstieg. Dort hatte sich eine große Menschenmenge aus allen Gesellschaftsschichten versammelt, was für diese Täler ungewöhnlich war, und man bemühte sich, ihr alle Annehmlichkeiten des Ortes zu bieten. Nach einigen Tagen Aufenthalt, in denen sie zahlreiche Geschenke hinterließ und alle mit ihrem zuvorkommenden Benehmen zufrieden waren, setzte die Erzherzogin am 10. desselben Monats um 4 Uhr morgens ihre Rückreise nach Innsbruck fort.“

19. Jahrhundert — Gelehrte und Reisende

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die Terme di Rabbi zu einem Ziel für Gelehrte und Reisende. Antonio Stoppani beschreibt in Il Bel Paese (1876) die Bagni di Rabbi als Ort der Erholung und persönlichen Genesung.

Einig Jahre zuvor hatte der Alpinist und Entdecker Douglas William Freshfield das Val di Rabbi unter jene alpinen Orte aufgenommen, die dem gebildeten europäischen Publikum bekannt waren.

20. Jahrhundert — Moderne Analyse und thermale Bildwelt

1912–1913 — Die moderne Analyse

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichte Josef Zehenter eine detaillierte Analyse der Antica Fonte von Rabbi und beschrieb deren Zusammensetzung und Eigenschaften mit wissenschaftlicher Methodik.

Dies markiert den Übergang von der medizinisch-empirischen Tradition zur modernen wissenschaftlichen Balneologie.

Mündliche Überlieferung — Die Legende vom Bastianèl dei Micli

Neben der dokumentierten Geschichte bewahrt das Tal die Legende von Bastianèl, einem jungen Hirten aus der Familie Micli, der die wohltuenden Eigenschaften des Wassers erkannt haben soll, indem er die verbesserte Gesundheit seiner Schafe beobachtete.

Es handelt sich um eine mündliche Überlieferung, die nicht durch zeitgenössische Quellen belegt ist, jedoch tief in der Identität des Ortes verwurzelt ist.

Eine Geschichte, die weitergeht

Heute setzen die Terme di Rabbi diese lange Geschichte fort, indem sie historisches und wissenschaftliches Wissen mit einer zeitgenössischen Vorstellung von Wohlbefinden verbinden – im Respekt vor der Natur, dem Wasser und der alpinen Badekultur.

Bibliographie und Quellen

Archivio di Stato di Trento – Fondo Thun

Jacopo Antonio Maffei, Periodi istorici e topografia delle valli di Non e di Sole (1805)

J. H. N. von Crantz, Gesundbrunnen der Oesterreichischen Monarchie (1777)

Josef Zehenter, Analyse des alkalischen Eisensäuerlings „Antica Fönte“ in Rabbi (1912–1913)

Catalogo Generale dei Beni Culturali Manifesti storici

Antonio Stoppani, Il Bel Paese (1876)

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